Vorwort
Kapitel 1 - Pre Traumata
Durch den engen, übel riechenden, in weißem Ausfluss oder "Vaginalfett" getränkten Geburtskanal einer Mutter hindurchgepresst zu werden, muss wohl das abscheulichste oder aber traumatischste erste erlebte Ereignis zwischen Uterus und Außenwelt sein, dass einem Kind widerfährt. Gerade nach so einer Phase von Angst, Schmerz und der Panik ums Überleben, auch die Unwissenheit über das, was als nächstes passieren wird, schreibt einem Kind eine Menge Rechte zu, die sich meiner Meinung nach in manchen Fällen bis in das fünfte oder sechste Lebensjahr des Neugeborenen ziehen können. Liebe, Zuwendung, Sicherheit und Wärme sind hier besonders wichtig, um die ersten Säulen einer Persönlichkeit aufzubauen und die gute Beziehung zwischen Mutter und Kind zu gewährleisten. Erzählungen meiner Mutter zur Folge, nach denen sie meinte, sie hätte bei meiner Geburt den Arzt angewidert gefragt "was das sein sollte?" traue ich mich zu sagen, dass dies keinen guten Start in eine Mutter-Kind-Beziehung darstellt. Ich war dunkel und hatte tiefschwarze Haare am Kopf sowie eine sanfte Behaarung am Körper, die sie wohl rassistisch als auch anatomisch erschreckt haben müssen. Sie sollten wissen, dass meine Mutter einem Clan der Dominikanischen Republik angehört, der von der Hautfarbe her schon etwas heller ausgefallen war - spanische Vorfahren. Mein Vater und seine Mutter jedoch gleichten eher dem Bilde von Afroamerikanern, was der Geschichte der Dominikanischen Republik nach jenen Vorfahren zu danken war, den afrikanischen Sklaven oder "Gastarbeitern", die halfen, Columbus Stadt Santo Domingo zu errichten. Ich, neugeboren im Jahre 1986, bekam somit den Beinamen "Negrita", was ganz und gar nicht meinem Vornamen abgeleitet war. Meine Mutter entschied sich schon einige Monate nach meiner Geburt (Sie erzählte mir, dass sie in der Stadt als Auslagefenster-dekorateurin arbeitete, ein andern mal, dass sie eine Frisösenausbildung machte, usw.) auszuwandern. Ihren Erzählungen nach, verschlug es sie zuerst in die Schweiz, dann nach Österreich. Ihre Wege waren bestimmt durch Entscheidungen die sie traf und Möglichkeiten die sich ihr boten - in einem bestimmten Rahmen. Meine Mutter arbeitete als Tänzerin in Nachtlokalen, während ich mit meinen Großeltern und meinem Vater meine ersten Jahre auf der Welt verbrachte. Ich erinnere mich auch an eine Erzählung ihrerseits, wonach ihre Mutter, höchstwahrscheinlich nicht durch mich, aber durch sie überfordert, mich den ganzen Tag bis zu ihrer Rückkehr aus der Stadt, in vollen Windeln am Sofa liegen ließ. Sie sollten hierzu wissen, dass meine Großmutter mütterlicherseits immerzu eine strenge Hand ihr gegenüber hatte. Um zu erfahren, warum dies so war nachdem ich meine Großmutter als sehr warmherzig und weise empfand, müsste ich eine Reise zurück zum Ort meiner Geburt machen und Fragen stellen. Wer ist diese Person wirklich, die mich zur Welt brachte, aber nie wollte?
Meine Mutter und meine Großmutter gerieten Erzählungen nach sehr oft in einen Streit, sowie auch nach diesem Erlebnis. Als meine Mutter zum ersten Male aus meinem Leben verschwand, ich kannte sie danach nur von kurzen Besuchen und Geschenken, die mir aus Europa geschickt wurden, verblasste auch meine Erinnerung an sie. Übrig blieben starke Eindrücke meines Vaters, der mich zu Sportveranstaltungen (Baseball) mitnahm und mir einige Tricks am Schlagzeug zeigte. Ich hatte eine kleine Schwester, die ich sehr lieb gewann und mit der ich viel Zeit verbrachte. Außerdem zwei Cousins die viel Zeit im Haus der Großmutter mütterlicherseits verbrachten, da die Brüder meiner Mutter nie aus dem mütterlichen Haus auszogen.
Ich erinnere mich an die Hochwasser, nicht zuletzt eines der vielen Katastrophen, die diese Insel heimsuchten. Ich musste mit meiner Großmutter durch diese Hochwasser spazieren um einzukaufen oder andere Dinge zu erledigen, da sie mich aber nicht hochnehmen konnte (meine Großmutter hatte schon ein hohes Alter erreicht, als ich geboren wurde), ging ich mit Ihr Hand in Hand. Bis heute habe ich ein schlimmes Gefühl in tiefem Wasser - ich möchte nicht wissen, ob in meinem Gedächtnis Bilder von Ertrunkenen gespeichert sind, die meine Panik auslösen, sobald ich den Boden unter mir verliere und das Wasser mir bis zur Nase steigt. Jeden Sonntag bekam ich ein schönes Kleid angezogen, und wir gingen in die Kirche. Es wurde gesungen, ich hörte gut zu. Meine Großmutter väterlicherseits gehörte einer Sekte an, bei der ebenfalls gesungen und gepreist wurde. Ich erinnere mich jedoch, dass sie ein Bild eines Mannes im Raum hängen hatten, der ein Mann in Amerika namens "Mita" gewesen sein soll. Ich weiß nicht, warum sie genau diesen Mann alle Ehre gaben und ob sie wirklich gott im sinne hatten, wenn sie ihre Lieder sagen, aber Fakt ist: mir wurde schon sehr früh erzählt, dass es einen Gott gibt, der die Welt erschaffen hat und alles was sich auf ihr regt. Ich begann also viele Fragen zu stellen, wenn ich allein nur die Wolken beobachtete oder die Palmen, die im Winde wehten.
Als ich nach Österreich kam, waren schon einige Jahre vergangen. Meine einzige Bezugsperson vor dieser Zeit, die sich wie meine "Mutter" anfühlte, war die Schwester meiner Mutter, Margo, die allerdings zu dieser Zeit an Krebs verstarb. Ich erinnere mich, dass ich nach dem Kindergarten zu ihr nachhause gebracht wurde um zu essen und zu spielen - ich hatte dort einen kleinen Radio mit einem Mikrophon, das mein Lieblingsspielzeug war. Ich sang und sie sang mit mir. Meine zweite Tante reiste zu der Zeit nach Italien aus, wobei der Plan war, mich mitzunehmen. Ich kam also mit meiner Tante nach Italien, wo ich durch meine inzwischen verheiratete Mutter und meinem Stiefvater, ein Österreicher, abgeholt wurde.
1991 kam schließlich mein Bruder zur Welt. Vor meinen Augen. Mein Stiefvater, zu diesem Zeitpunkt noch Kellner im Nachtlokal, in dem auch meine Mutter kurz beschäftigt gewesen war, arbeitete gerade. Sein Bruder, mein Onkel, schlief im gegenüberliegenden Zimmer des Hauses in dem wir wohnten - das Haus meiner Großmutter stief-väterlicherseits. Ich befand mich im Bett meiner Mutter, da ich nicht im Kinderbett meines ungeborenen Bruders schlafen wollte, dass man mir zuerst anzudrehen versuchte. Es war einfach zu klein für mich. Ich weiß noch, dass mir von meiner Mutter bis heute Arroganz vorgeworfen wird, weil ich bestimmte Milchsorten nicht trinken wollte oder aber eben nicht in bestimmten Betten schlafen - das war schon der kleine Anfang des totalen Ignorierens kindlicher Bedürfnisse die nach deren kindlicher Logik entstehen, meistens aus Impuls, die mir sogar noch heute, als mittlerweile junger Erwachsenen, von ihr und ihrem Bruder (der nie aus dem Hause der Mutter auszog, dafür aber starker Alkoholiker war der seine Kinder, meine zwei Cousins, vor meinen Augen derbe schlug) sarkastisch unter die Nase geworfen werden. Nun kam also mein Bruder unter der Hilfe meines österreichischen Onkels zur Welt, während ich gespannt und mitfühlend im Bett saß und auf die Ankunft meines Bruders Erik wartete. Ich war fünf Jahre alt.
Kapitel 2 - Der Zerfall
Lautes Krachen. Schreie. Es wird geschimpft und plötzlich kommt meine Mutter ins Wohnzimmer, pirscht durch die Türen nach draussen in die kleine Gartenhütte und kommt mit einer Axt zurück. Sie zerhackt buchstäblich die Wohnzimmereinrichtung. Ich weiß gar nicht mehr, ob das das erste Mal war, dass ich einen Streit zwischen den beiden beobachtet hatte, oder ob es noch ein zweites Mal gab, bei der meine Mutter dann mit einer Platzwunde ins Krankenhaus musste. Auf jeden Fall geschah dies noch im Hause meiner Oma in Leibnitz, in dem wir wohnten bevor wir nach Graz zogen. Ich weiß noch, dass ich ein Dreirad geschenkt bekam, und meine Mutter mir sagte, ich dürfe damit nicht auf der Straße fahren. Wie durch einen Impuls geleitet fühlte ich plötzlich eine Möglichkeit, zu entkommen und radelte schnurstracks auf die Straße zu, bis mich jemand, ich denke es war mein Vater, plötzlich zurück holte als ich schon ein gutes Stück vom Haus entfernt war. Wieder ein anderes Erlebnis drängt mir die Frage auf, ob es meiner Mutter um Ausübung ihrer Authorität ging oder ob sie eine Art Neid und Hass gegenüber anderen Personen besaß, die sich am Erziehungsauftrag beteiligen wollten. Als meine Oma mir das Radfahren ohne Stützen beibringen wollte, was mir sehr gefiel, holte mich meine Mutter wütend an den Ohren wieder ins Haus und machte der Mutter meines Stiefvaters klar, dass sie dies zu unterlassen hätte. Ich habe es dann doch irgendwann gelernt, denn was sie nicht wusste war, dass ich intuitiv begriffen hatte, dass dies eine einmalige Chance werden würde, und schon bei den ersten zwei, drei Anläufen Erfolg hatte. Meine Großmutter spielte mir nachdem sie mein Potential erkannt hatte vor, mich zu halten und ich schaute nicht nach hinten, wodurch ich in voller Sicherheit in die Pedale treten konnte. Weitere Erfolgserlebnisse folgten. Ich gewann in der ersten Klasse den Zeichenwettbewerb. Meine Zeichnung auf einem A3 Blatt zeigte folgendes: Ein riesiges Schiff, dass ich in allen Einzelheiten malte und der verblüfften Lehrerin, die mich fragte, was auf dem Bild zu sehen war, in allen technischen Einzelheiten erläuterte. Ein Schiff und das Meer, mit einem Strand, an dem mein Vater, ich und andere Personen zu sehen waren. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass ich gewinnen würde, umso mehr freute es mich, als ich bei der Preisverleihung, im Befürchten ich hätte verloren und würde nichts bekommen, nachdem alle anderen schon einen Preis bekommen hatten, plötzlich die Gewinnerin des ersten Preises war.
Als wir nach Graz gezogen sind, gab es natürlich Perioden von Harmonie in der Familie. Abgesehen von den eigenartigen Funden, die ich in unserer Wohnung machte (Pornohefte, Sexspielzeug) wenn meine Mutter mich zum aufräumen verdonnert hatte, gab es eigentlich keine A-normalitäten.
Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, kommen mir jedoch trotzdem eigenartige Erinnerungen, von denen ich nicht mehr weiß, ob sie noch in die Zeit in Leibnitz, oder schon Graz zu zu ordnen waren. Ich weiß noch, dass meine Eltern mich zum Kinderarzt brachten, bei dem ich mich ausziehen und hinlegen musste, während meine Eltern im Raum waren. Das war mir schon schwerstens peinlich, und ich begann zu schwitzen. Dies war das erste Mal, an dem ich begann zu denken, etwas an meinem Körper sei nicht normal. Der Arzt begann an mir herumzufummeln, mich auch am Genitalbereich zu berühren und sprach zu meinen Eltern, jedoch konnte ich nicht verstehen, um was es ging. ich weiß noch, dass ich einmal aus Panik aus der Praxis gelaufen bin, und man mich unter Gewalt wieder hereingeholt hatte.
Dieser Arzt wurde später übrigens verurteilt, weil ein Kind in seiner Praxis gestorben war, dass er trotz straken Schreiens und Klagens seitens des Kindes nicht vorrangig behandelte. Meine Eltern haben nie eine Aussage oder einen Versuch des Dialogs mit mir begonnen, was diese eigenartigen Untersuchungen angingen. Ich weiß, dass ich schon sehr früh Schambehaarung hatte, jedoch hatte ich zu diesem Zeitpunkt keinen Zugang zu diesem Etwas, dass man als Erwachsener "Sexualität" nennen würde. Dinge wie diese schockten mich eher, als mich zu interessieren.
Weiters erinnere ich mich an unsere Reisen zurück in die Dominikanische Republik. die Kinder dort waren alle voll mit schmutzigen Gedanken, soweit ich denken kann. Sogar mein älterer Cousin, der mittlerweile verstorben ist (starb vor einigen Jahren im Alter von 23 an einem Motorradabsturz in den Bergen) machte sich an mir zu schaffen. Ich weiß noch dass ich ihm einmal, als er mich mit seinen Gemeinheiten belästigte, drohte, seinem Vater alles zu erzählen wenn er mich nicht in Ruhe lasse. Die Kinder dort hatten so etwas wie eine Geheimsprache entwickelt, durch die sie über verdorbene Dinge und Gewalttätigkeiten reden konnten, ohne dass die Erwachsenen er verstanden. Einmal war ich sogar ein ganzes Monat lang krank, hatte Fieber, Husten und Eiterbildung, ohne dass jemand wusste, woran es lag. Irgendeiner hatte dann gemeint, es läge wohl am Schweinefleisch. Als wir dort angekommen waren, begann meine Mutter mir schon Kinderstreiche mit harten Schlägen zu vergelten. Ich weiß noch, dass ich eine Fleischwunde zu meiner linken Hüfte trage, die dieser Zeit entstammt. Mein biologischer Vater befand sich natürlich auch noch dort, und er begann zu sehen, dass ich nicht wirklich glücklich war. Ich weiß noch, als meine Mutter für ihre Mutter und den anderen im Haus lebenden einen riesen Einkauf machte. Da ich mich aber immer mehr mit meinem Vater und dessen Großmutter identifiziert hatte (mein Name enstammt auch ihrem Namen, Emilia) fragte ich, was nun aber mit meiner Oma sei? Darauf hin gab mir meine Mutter etwas Geld und ich rannte zu ihrem Haus, dass natürlich viel schlichter war, als das Haus meiner Mutter, dass sie mit dem Geld aus Österreich weiter ausbauen hatte lassen und verkündete fröhlich, dass wir nun auch Geld zum Essen hätten. Meine Oma, sichtlich gerührt, gab mir einen Kuss, nahm mich in den Arm, brachte das Geld jedoch am Abend, als ich zu Bett ging, zurück. Meine Oma verstarb einige Jahre später, als ich zurück in Österreich war, an Krebs. Davor hatte sie mich noch aus den Vereinigten Staaten angerufen, mein Vater hatte sie zwecks einer besseren Behandlung dorthin gebracht, und gesagt, dass sie mich in Österreich besuchen kommen werde, wenn sie die Operation überlebt. Ich habe zwei wochen lang mit niemandem gesprochen.
Ich weiß noch, dass meine Mutter sich nicht wirklich darum kümmerte, ob ich nun meine Aufgaben machte oder nicht. Ob ich darin Hilfe bräuchte, oder nicht.. Das einzige, was ihr wichtig war, waren gute Noten. Wenn ich sie um Hilfe bat, sagte sie, dass sie mir nicht helfen könne, da sie die Sprache nicht konnte. im Hinblick auf Mathematik dachte ich mir schon, dass sie sich da wohl aus eigener Rechenschwäche heraus drücken wollte. Schließlich ist die Sprache der Mathematik eine universelle. Also musste ich mir selber helfen, egal worum es ging. Dabei ist meine Mutter bis heute eine, die in Selbstmitleid versunken bei jeder Gelegenheit darüber klagt, dass ihr nie jemand hilft!
Da kommen mir jedoch tausende Dinge auf. Durch mein Los, ihr Kind zu sein und ihr damit unterlegen, musste ich ihr zuhören, egal um was es ging. Es hat mich dann schon so sehr genervt, dass ich mir eines Tages die Haare abschnitt, da sie mir, wenn sie mich frisierte, ihre ganze Lebensgeschichte und alles mögliche schon in ewiger Wiederholung reindrückte, bis ich es nicht mehr hören konnte. Ich wollte mich mit meinem Bruder beschäftigen, mit anderen Kindern, los gehen und spielen. Stattdessen musste ich die Küche putzen wenn sie in der Arbeit war und manchmal blieb sie so lange weg, dass mein Bruder und ich aus Hunger schon anfingen, selbst in der Küche kreativ zu werden. Wie man hier vielleicht schon merkt, war mein Stiefvater zu diesem Zeit punkt schon längts weg. Meine Mutter war geschieden, wir mussten aus dem guten Viertel in Graz, in dem wir mit unserem Vater gewohnt hatten, ausziehen, da sein Bruder nun in diese Wohnung einziehen wollte. Meine Mutter hatte angefangen, es sich mit der ganzen Familie zu verscherzen, womit wir dazu gezwungen waren, wegzuziehen. Meine österreichische Familie erzählte mir, dass sie nach der Geschichte irrsinnig viel Geld von meinem Vater vor Gericht erkämpft hat oder erkämpfen wollte - von diesem Geld haben wir nicht viel gesehen. Wir sind in ein mittelmäßiges bis armes Viertel in Graz gezogen - ein Viertel, in dem viele Asoziale und Kriminelle wohnten. Das war die Zeit, in der ich von der letzten Klasse Volkschule ins Gymnasium wechseln sollte. Die Lehrerin in der volkschule hat aufgrund meiner schwachen Leistungen schon gemeint, ich werde nichteinmal die erste Klasse Gymnasium schaffen. Trotzdem habe ich den Aufnahmetest geschafft (meine schwachen Leistungen kamen vom depressiven Rumhängen im Bett...zwischen Küchendienst und Streit) da ich wusste, worum es ging. Meine Mutetr hatte es mir zuvor in harten, aber einleuchtenden Worten gesagt. ich weiß nciht wie oft ich von ihr dumme Gans, blöde Kuh oder sonstiges, noch schlimmeres genannt wurde. ich weiß nicht wer es war, aber ich weiß noch dass mich einer der beiden, entweder sie oder mein Vater, beschuldigt hatten, die Hemden meines Vaters mit Lippenstift zu beschmieren. Der streit zwischen den beiden handelte sich, wie ich dann in fortgeschrittenem Alter mitbekam und auch durch Erzählungen meiner Mutter nachzuvollziehen vertstand, um Untreue. Erwartete Treue von jemandem, der Tag und Nacht in einem Nachtlokal verbringt? Ich verstehe die Sorgen und Plagen meiner Mutter bis hierhin ganz gut, ich verstehe auch, dass ihr niedriger sozialer Rang, der sich fast auf mich abgefärbt hätte, sie dazu gebracht hat dumm und emotional zu handeln. Jedoch rechtfertigt dies nicht, die Zukunft des eigenen Kindes dermaßen zu verbauen.
Ich wurde nach außen hin ein ruhiges, nettes Kind mit vielen, versteckten Aggressionen, dass aufgehört hatte, diese vielen, nervigen Fragen über Gott und die Welt zu stellen. Ich hatte durch ihre vielen verbalen Attacken den Respekt vor ihr verloren. In der Schule musste ich irgendwie einen Rang erreichen, den ich entweder durch sportliche Leistungen (Fußball, Basketball), provokativem Humor oder das Ausschalten von Widersachern und "Bullies" (Handlange, Streitereien) erreichte. Irgendwann wurde es sogar meinen Freunden zu viel und die Lehrer begannen sich zu wundern, warum ich nicht mehr in die Schule kam und wenn, dann ständig schmutzige, riechende Sachen trug oder aber sogar im sommer mit einem langärmligen Pullover in der Klasse saß. Meine Mutter war selbst in Depressionen verfallen, und mir ging es nicht anders. Obwohl es auch lustige Momente gab, in denen sie sich irgendwie dazu ringte, wenn schon nicht einfühlsam, dann wenigstens humorvoll zu sein: im großen und ganzen war es eine Pein.
Ihr Hass auf die Welt war mir die größte Pein, insofern ich diesen Hass aufgrund dessen, was mir alles widerfahren ist, schon fast selbst übernommen habe, weshalb er mir wieder zum allergrößten Graus wird, weil er mich ihr ähnlich macht. Sie hat es herbeigeführt, dass sie mich, durch ihre Misshandlungen wie sie sie selbst erfahren hat, wie ein Teufel, immer wieder dazu verführt mich zu verhalten wie ihresgleichen und das einzige, was mich am Leben hält, ist der Teil in mir, der sich wehrt.
Ihr Hass auf die Welt war mir die größte Pein, insofern ich diesen Hass aufgrund dessen, was mir alles widerfahren ist, schon fast selbst übernommen habe, weshalb er mir wieder zum allergrößten Graus wird, weil er mich ihr ähnlich macht. Sie hat es herbeigeführt, dass sie mich, durch ihre Misshandlungen wie sie sie selbst erfahren hat, wie ein Teufel, immer wieder dazu verführt mich zu verhalten wie ihresgleichen und das einzige, was mich am Leben hält, ist der Teil in mir, der sich wehrt.

Mutterhass
SoulCat at 6/04/2012 04:04:00 PM